Meine Bubble, deine Bubble
Kennt ihr diese Blogger, die glauben, dass sie als einzige das gesamte Ausmaß der Tragödie überblicken können?
Oliver ist so einer. Oliver glaubt, dass alle um die Mastodon- und BlueSky-Blasen herum noch bei X seien. Nur dort findet außerhalb noch die Diskussion statt.
Die doofen Linken sind ohnehin viel zu woke, um zu verstehen, dass nur das anti-woke Netzwerk von Elon Musk “die guten Inhalte” hat:
Seriosität hängt nicht vom Kanal ab, sondern vom Inhalt
Das sieht die Bloggeria anders. Denn hier auf diesem Blog kommt die Seriosität nämlich nicht vom Inhalt, den sie partout nicht widerlegt bekommen. Die Seriosität hängt hier nur davon ab, dass sie nicht wissen, wer hier schreibt.
So ist es auch auf X: Je mehr Accounts es gibt, die sich hinter ihrer Anonymität verstecken, desto mehr wird der Inhalt egal. Damit auch die Plattform.
Was Oliver dabei aber vergisst, ist, dass die eigentliche – für die Masse da draußen wichtige – Kommunikation, auf Instagram und TikTok stattfindet.
Vielleicht besinnt er sich ja noch darauf, dass alle Netzwerke mehr oder weniger wichtig und unwichtig zugleich sind.
Und wo wir eben bei Woke waren: Kalle wichst auch geil für Genderschuhe oder so was in der Art.
Hier haben wir eigentlich nur einen kleinen Tipp: Solange du keine Groß- und Kleinschreibung beherrschst, solltest du niemandes Sprachgebrauch beurteilen, sondern an deinem eigenen arbeiten.
Wie man mit Fehlern umgeht
Da wir hier ja viel über Fehler reden, die jedem passieren können, gibt es ein Beispiel vom Klimablog, wie sie damit umgehen.
Liebe Bloggeria, davon könnt ihr euch ein paar Scheiben abschneiden.
Zwischen Kritik, Gefühlen und der Anonymität
Unser geliebtes Forum ist in Aufruhr und es gibt wieder einen Blogpost von den Menschen, die viel zu oft mit dem Herzen denken und bei denen das Gehirn wahrscheinlich wieder auf Warteschleife hängt.
Grundsätzlich habe ich nichts gegen Kritik.
Ach Mensch, wenn das mal jeder so sehen würde.
Auch harte Kritik kann wichtig und notwendig sein. Verrisse haben ihren Platz, wenn sie sich ernsthaft mit Inhalten auseinandersetzen, wenn sie benennen, begründen und Haltung zeigen.
Na, sieh mal einer an, das mit den Verrissen kommt mir doch bekannt vor.
Was mir hier jedoch begegnet, fühlt sich anders an.
Da geht es schon los mit den Gefühlen.
Es wirkt weniger wie Interesse an Themen oder Entwicklungen und mehr wie das Bedürfnis, sich über andere zu stellen, als müsse man andere kleinmachen, um sich selbst größer zu fühlen.
Groß wird man nicht, indem man sich selbst groß macht, sondern weil andere einen auf ein Podest stellen.
Besonders irritierend ist es, wenn die Doppelmoral offen zutage tritt. Es werden Eigenschaften kritisiert, die im eigenen Text reproduziert werden. Feigheit wird anderen vorgeworfen, während man selbst anonym bleibt.
Die Anonymität dient hier einfach dazu, der Bloggeria ihren eigenen Spiegel vorzuhalten. Wäre es nicht anonym, hätte die Holzhammer-Methode keinerlei Auswirkungen.
Fehlende Haltung wird beklagt, während man sich jeder echten Verantwortung entzieht.
Welche Verantwortung meinst du? Dieses Blog hat keinen Lehrauftrag, obwohl es einigen Lesern echt guttäte.
Offenheit wird gefordert, doch der Dialog wird konsequent verweigert.
Was meint ihr denn, was das hier ist? Der Dialog findet doch gerade statt. Ihr schreibt etwas, wir schreiben etwas.
Das wirkt nicht wie Analyse, sondern wie Projektion.
Wie etwas wirkt, ist jedem selbst überlassen. Doch statt Projektion wäre hier das Wort “Reflexion” angemessener. Wir reflektieren hier nur, was wir lesen und projizieren nicht irgendwas Fremdes auf das, was ihr ins Internet schreibt.
An diesem Punkt fällt es mir schwer, solche Texte noch als Kritik zu lesen. Sie folgen weniger dem Wunsch nach Austausch als einem bekannten Trolling-Muster: provozieren, abwerten, verschwinden.
Provozieren: Ja. Nur damit fängt die Bloggeria auch mal an, nachzudenken.
Abwerten: Nein.
Verschwinden: Wir sind hier. Ihr findet uns jederzeit, wenn ihr darüber bloggt. Wir wissen, dass es euch am meisten stört, wenn ihr eure Meinung nicht einfach nur hier in die Kommentare kotzen könnt, sondern ihr euch öffentlich damit auseinandersetzen müsst. Und nur damit zeigt ihr der Welt am Ende euer wahres Gesicht.
Uns schrecken nicht die kritischen Kommentare ab, sondern die, die wir auf euren Posts sehen, in denen ihr euch gegenseitig Zucker in den Allerwertesten blast.
In diesem Zusammenhang wird auch der Begriff „Elite” verwendet. Er suggeriert Abschottung, Macht und Überlegenheit.
Was passiert, wenn sich Blogger in einem teil-geschlossenen Forum austauschen? Was suggeriert das? Braucht ihr die Erklärung mit einem Zaunpfahl ins Gesicht oder findet ihr es selbst heraus?
Ich habe mich gefragt, warum mich solche Texte früher stärker getriggert haben als heute.
Das nennt sich im Volksmund “Alter”.
Was mich dennoch nachdenklich stimmt, ist der Umgangston. Im Netz wird oft vergessen, dass auf der anderen Seite des Bildschirms in den meisten Fällen ein Mensch sitzt. Kein abstraktes Feindbild, keine anonyme Masse, sondern ein Mensch mit Erfahrungen, Gedanken und Verletzlichkeit. Worte verlieren nicht ihr Gewicht, nur weil man sie anonym ins Internet tippt. Sie treffen trotzdem.
Stellen wir die Frage mal andersherum: Wenn Worte nicht treffen würden, welchen Sinn hätten dann eure Blogs? Ihr schreibt das ja nicht ins Internet, damit es niemand liest. Nein, ihr schickt den Link sogar in ein Forum, auf eure Social-Accounts und in Blogger-Ringe. Das klingt schwer danach, als sollten eure Worte treffen. Egal wen oder was, denn die Verteilung findet mit einer Schrotflinte statt.
Wir posten es auf einem anonymen Mastodon-Kanal ohne Follower. Keine Schrotflinte. Und trotzdem verfehlen wir offenbar unser Ziel nicht.
Es ist vielleicht naiv, sich eine respektvollere Diskussionskultur zu wünschen.
Was bedeutet “respektvoll” eigentlich? Im Duden finden wir dazu folgende Erklärung:
- auf Anerkennung, Bewunderung beruhende Achtung
- vor jemandem aufgrund seiner höheren, übergeordneten Stellung empfundene Scheu, die sich in dem Bemühen äußert, kein Missfallen zu erregen
Der erste Punkt trifft hier nicht zu, da hier niemand niemanden anderes bewundert. Aber der zweite Punkt ist doch schon ganz interessant, denn offenbar geht es euch darum, bloß niemandem auf die Füße zu treten. Woher kommt diese Scheu vor Konflikten?
In einer respektvollen Diskussion kann es auch mal laut werden, ohne dass man sich direkt “hasst”. Ein Ziel einer respektvollen Diskussion kann es auch sein, die Meinung des anderen zu akzeptieren, auch wenn es nicht der eigenen Meinung entspricht.
Man kann sich bewusst dafür entscheiden, anders zu schreiben, anders zu reagieren oder sich bewusst nicht auf jedes Spiel einzulassen.
Da fehlt noch ein Punkt: die Fehler eingestehen. Der Punkt fehlte bisher in der gesamten Diskussion.
Wir zitieren hier im Blog sehr gerne unsere Quellen und verlinken sie auch, damit alle Leser unsere Punkte nachvollziehen können. Scheinbar ist euch euer Spiegelbild aber etwas zuwider. Anders können wir uns die Reaktionen nicht erklären.
Der Spiegel, den wir euch hier bieten, ist nicht der “Spiegel Nerhegeb” (rückwärts “Begehren”) aus Harry Potter, in dem ihr das seht, was ihr begehrt. Hier seht ihr die Realität, und die kann manchmal verstörend und hart sein.
Für mich bleibt am Ende die Frage, welche Art von Raum wir im Netz sein wollen.
Du bist kein Raum. Du kannst dich in einem Raum aufhalten. Du kannst den Raum auch schaffen. Aber weder du, noch wir oder “ihr” seid der Raum. Der Raum ist bereits da. Wussten das deine beiden “Lektoratsschäfchen” nicht?
Abschließend können wir nur dazu sagen: Bitte denkt erst über das Gelesene nach, bevor ihr zu schnell urteilt und Menschen Sachen vorwerft, die sie nie getan haben.
#kritik #gefühle #anonymität #konflikte
So wenig Arsch in der Hose
Ist das nicht schön? Jonathan Guggenberger wünscht sich in der TAZ, dass es wieder mehr Verrisse und faktenbasierte Kritiken in den Feuilletons, dafür aber weniger faktenfreie Clickbait-Schreiereien gibt.
Selbstbewusste, elegant geschriebene, mit unerwarteten Thesen. Nur so können wir uns gegen unsere gut klickenden Todfeinde behaupten.
Stimmt. Aber was macht die selbst ernannte Blog-Elite?
Die schreibt nicht etwa direkt über die Themen, die sie nerven, sondern versucht schwammig, um den heißen Brei zu reden:
Noch eine Lektion über Menschen gelernt und welche (niveaulosen) Formen es annehmen kann. Und das nicht einmal in den asozialen Medien, sondern auf einem eigenen, hüstel, Blog. Einige Mitmenschen sind ernsthaft von harmlosen Foren, Blogparaden, KI-Themen, Outings zu Krankheiten im Fediverse massiv getriggert. Da bekommt man fast schon Mitleid. Wie traurig und langweilig muss das eigene Leben doch sein, um Zeit in solch ein Werk zu investieren? Ich kann verstehen, dass einen gewisse Dinge auf Blogs nicht interessieren. Dann geht doch einfach weiter. Alles andere ist, sorry, Kindergarten Deluxe.
Wer damit wohl gemeint ist? Das verrät uns der Autor natürlich niemals freiwillig, sondern versteckt es hinter nicht-öffentlichen Posts auf Mastodon:
Wie traurig muss dass eigene Vegetieren sein, wie viel Langeweile muss man haben, um einen solchen Blog aufzusetzen? Natürlich anonym, Arsch in der Hose ist Fehlanzeige.
Sollte der Betreiber unter meinen Followern sein, entfolge mich, blocke mich.
rantgebiet.de
Natürlich müssen wir nicht unter deinen Followern sein, aber alles hinter eurem Tellerrand, also alles, was ihr euch freiwillig ausblendet, existiert weiterhin.
Aber eine kurze Anmerkung für dich, lieber Herr Tommi: Dafür, dass du deine KI für nahezu alles auf deinem Blog verwendest, könntest du sie vielleicht auch dazu ermuntern, deine Rechtschreibung und Grammatik in deinen Mastodon-Posts zu kontrollieren. Es heißt nämlich “das eigene Vegetieren” (“das” statt “dass”), “entfolge mir” statt “entfolge mich” und “blockiere” statt “blocke”.
Glücklicherweise wirft er uns vor, keinen Arsch in der Hose zu haben. Gut, dann schreib doch dazu, wen du meinst, wenn du jemanden angreifst. Es muss ja nicht die Wohnanschrift des Empfängers sein. Es reicht ja schon, welche Inhalte du meinst. Dann wissen auch deine Leser Bescheid, die dir 20 Sekunden nach dem Teilen des Links in deinem Lieblingsforum schon ein Herzchen dranklatschen und den Artikel nur überflogen haben.
Das ist dann wohl der Punkt, den Jonathan im TAZ-Artikel anspricht, und er gibt dir sogar noch einen kostenfreien Tipp für mehr Leser dazu:
Jeder, der Plattform-Algorithmen aus eigener Erfahrung und nicht nur aus Fortbildungsseminaren kennt, weiß, dass diese am liebsten dahin steuern, wo die Kontroverse am spannendsten ist.
Definition über eine Krankheit
Habt ihr mal gelesen, was im Fediverse (manche nennen es nur Mastodon) mit Krankheiten los ist? Es fühlt sich dort manchmal wirklich an wie im Wartezimmer einer Arztpraxis, wenn die Mitteilungsbedürftigen loslegen, wie stolz sie doch darauf sind, neurodivergent zu sein.
Da wird inzwischen sogar gefeiert, wenn bei einem Kind Autismus festgestellt wird. Als hätte die Welt keine anderen Probleme mehr, als “besonders oft anders” zu sein.
Ein Forum für Blogger - das klingt schon verkehrt
Das Kreiswichsen der Bloggeria geht weiter. Ironischerweise in einem Forum, das sich “Bloghexen” nennt, und es passt wie die Faust aufs Auge. Hier treiben sich nicht nur Bloggerinnen herum, sondern auch ganz viele männliche Vertreter. Die aber, wenn man sich die Posts genauer ansieht, auch nur herumkeifen und dabei grün genug werden, um der Hexe aus dem Osten echte Konkurrenz zu machen. Ihr wisst schon: “The Wizard of Oz” und so.
Dort entstammt auch das Geschlecht des “Mein Blog, meine Regeln”-Adelsgeschlechts, die dort monatlich verkünden, worüber man sich gefälligst als Nächstes einen Artikel mit KI zusammenfantasieren lassen soll.
Diesen Monat ganz frisch: “Was ist deine größte Herausforderung beim Bloggen?”
Ich wüsste da schon was: Hirn und Arsch in der Hose.
Die frisch generierte Scheiße wird natürlich auch schnell noch ins Forum gekotzt, damit die anderen sehen, dass man sich auch besonders wenig Mühe gegeben hat. Natürlich nicht ohne den Footer, in dem stehen muss, welche körperlichen und geistigen Probleme man so hat. Das war schließlich schon Anfang der 2000er immer besonders wichtig.
Und genau aus dieser Zeit wirkt auch der Ursprung des Forums. Man hält sich für besonders wichtig, hat aber alles. Außer echter Reichweite. Nein, die 5000 Reloads eurer 40 aktiven Mitglieder sind keine Reichweite.
Aber macht ruhig weiter mit “Wir lassen uns nichts diktieren, diktieren aber gerne den anderen alles”.
#blogger #forum #kreiswichsen #bloghexen
Ego-Googeln hat sich verändert
Ach damals, als man seinen eigenen Namen noch in die Suchmaschine eingegeben hat - der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an die Zeit?
Heute ist die Blogosphäre so hart im Kreiswichs-Modus, dass sie alle KIs dazu befragen, wie sie das eigene Blog so bewerten.
Natürlich kommt es, wie es kommen musste. Ein Haufen belangloser Bewertungen von ChatGPT, noch einmal ChatGPT, Gemini und Mistral. Und weil es so schön war, kommt noch einer mit ChatGPT um die Ecke.
Die Hauptsache ist, man hat wieder genügend Strom durch die Leitung gejagt, um sich von einer Maschine, die einem ohnehin schon den ganzen Tag Honig ums Maul schmiert, erneut die eigene Glanzleistung des Seins bestätigen zu lassen.
Die gut trainierten KIs liefern allerdings die richtigen Bewertungen wie beim Couchblog.