Alte weiße Erklärbären dulden keine anderen Erklärbären neben sich
Je älter jemand wird, desto mehr mutiert er zum Erklärbären. Manche junge Politikerin würde ihn als “alter weißer Mann” bezeichnen. Besonders in der IT sind diese Erklärbären zuhauf vertreten. Sie alle haben mit <hier uraltes System aus dem Computermuseum einfügen> angefangen und sich ohnehin alles selbst beigebracht. Und die junge Generation hat auch gar keine Ahnung, weil ihr natürlich die Erfahrung und der Weitblick fehlen.
Erklärbär Nr. 1 fängt also an, sich über Menschen ohne Weitblick zu beschweren. Die haben auch gar keine Ahnung, welche Software Menschen in Unternehmen zwingend brauchen. Natürlich sind die Microsoft-Produkte ausschließlich im Gesamtpaket sinnvoll, da schließlich jedes Unternehmen die Gesamtpalette aller Microsoft-Produkte zwingend benötigt. Geht auch nicht anders.
Die (Open-Source-)Alternativen? Alles nur Kinderkram. Nicht ausgereift, hässlich, dumm, der Feature-Umfang reicht im Leben nicht an die Microsoft-Produktpalette. Außerdem ist der Hass, der Microsoft entgegengebracht wird, einfach nur kurzsichtig. Damit haben wir schließlich schon immer gearbeitet. Das bleibt jetzt gefälligst so, da sich die alten weißen Männer keineswegs mehr weiterentwickeln möchten!
Daraufhin steigt Erklärbär Nr. 2 direkt mit ein und erklärt schon in der Überschrift, dass die Toleranzschwelle der alten weißen Männer ungefähr der des Bretts vor der eigenen Stirn entspricht.
Seiner Toleranz geht es sogar gegen den Strich, dass Menschen ihm jetzt im Internet an jeder Stelle eine Korrektur zukommen lassen können, wenn er mal wieder selbst falsch liegt. Wahrscheinlich stammt er noch aus einer Zeit, in der man Pressemitteilungen per Fax verschickt hat und die Kommunikation eher eine Einbahnstraße war. Aber natürlich ist er “modern” und hat jetzt Kommentare auf seinem Blog. Aber nur die, die nicht von anderen Erklärbären kommen. Ansonsten kämpft die Erklärbärtruppe geschlossen gegen die Jugend. Die muss schließlich falsch liegen, ihr fehlt schließlich die Erfahrung, was richtig oder falsch ist.
Da die Rentnergruppe allerdings auf ihrer Terrasse nicht allein ist, kommt noch der Erklärbär Nr. 3 aus dem Nebenzimmer des digitalen Altenheims um die Ecke und kommentiert nicht nur umfangreich, sondern applaudiert selbstverständlich noch einmal dazu.
Allerdings hat er natürlich sein altes MacBook schon auf Linux umgestellt, obwohl er es nicht nutzt. Er muss doch schließlich genau wissen, wovon die Kids von heute so sprechen.

Zufrieden vom ganzen Rummel musste sich Erklärbär Nr. 1 selbstverständlich auch erneut zu Wort melden, um die anderen alten Erklärbären zu bestätigen und jedweden Widerspruch ihrer Aussagen zu kritisieren.