<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><channel><title>Gartenschlauch Mit Karriereambitionen on Live aus dem Rantgebiet</title><link>https://rantgebiet.de/tags/gartenschlauch-mit-karriereambitionen/</link><description>Live aus dem Rantgebiet</description><language>de</language><managingEditor>rantgebiet@gmail.com (ErdRANTbewohner)</managingEditor><webMaster>rantgebiet@gmail.com (ErdRANTbewohner)</webMaster><lastBuildDate>Sat, 22 Aug 2026 12:34:56 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://rantgebiet.de/tags/gartenschlauch-mit-karriereambitionen/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Akt Acht - eine Trilogie des Versagens</title><link>https://rantgebiet.de/akt-acht-eine-trilogie-des-versagens/</link><pubDate>Sat, 22 Aug 2026 12:34:56 +0200</pubDate><author>rantgebiet@gmail.com (bRANTstifter)</author><guid>https://rantgebiet.de/akt-acht-eine-trilogie-des-versagens/</guid><description>&lt;p&gt;Kennt ihr eigentlich den Film &amp;ldquo;Die Unfassbaren&amp;rdquo;? Dort werden die vier Protagonisten stets als &amp;ldquo;die vier Reiter&amp;rdquo; angekündigt. Etwas Ähnliches käme für uns auch infrage, aber da gibt es ein Problem: Wir sind viel mehr als vier. Und wir sind keine Reiter. Aber was wir auf jeden Fall nicht sind: acht von zehn.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Vielen wird gerade die letzte Referenz in der Welt der Blogs böse aufstoßen. Aber warum ist das so? Ist es, weil eine Person sich in der Freizeit umschaut und feststellt, dass bei 8 von 10 geprüften Blogs die neuesten drei Artikel durch eine AI generiert wurden? Nein. Es sind viel mehr unsere Freunde, denen so einiges Böse aufstößt.&lt;/p&gt;</description><content:encoded><![CDATA[<p>Kennt ihr eigentlich den Film &ldquo;Die Unfassbaren&rdquo;? Dort werden die vier Protagonisten stets als &ldquo;die vier Reiter&rdquo; angekündigt. Etwas Ähnliches käme für uns auch infrage, aber da gibt es ein Problem: Wir sind viel mehr als vier. Und wir sind keine Reiter. Aber was wir auf jeden Fall nicht sind: acht von zehn.</p>
<p>Vielen wird gerade die letzte Referenz in der Welt der Blogs böse aufstoßen. Aber warum ist das so? Ist es, weil eine Person sich in der Freizeit umschaut und feststellt, dass bei 8 von 10 geprüften Blogs die neuesten drei Artikel durch eine AI generiert wurden? Nein. Es sind viel mehr unsere Freunde, denen so einiges Böse aufstößt.</p>
<p>Unser <a rel="noopener" target="_blank" href="https://www.henning-uhle.eu/shorty-sagt/shorty-sagt-schon-wieder-ki-in-blogs">guter Freund</a> schreibt ganze vier Absätze, aber vergisst den eigentlichen Inhalt. Der Text performt exakt das Verhalten, über das man sich in selbigem beschwert. Das ist nicht einmal subtil ironisch, sondern schon fast unfreiwillige Selbstparodie.</p>
<blockquote>
<p>Ich nutze keine KI, ich lese keine KI-Blogs, also ist die Sache für mich erledigt.</p>
</blockquote>
<p>Das ist schön. Wirklich. Aber nur für dich. Für die Debatte ist der Post ungefähr so relevant wie die Information, dass wir heute keine Gurken gekauft haben.</p>
<p>Noch hübscher wird es bei der Behauptung, KI könne niemals etwas in Richtung Empfindung mitteilen. Denn offenbar ist inzwischen nicht mehr entscheidend, ob ein Text Empfindung sprachlich ausdrücken kann, sondern ob sein Produzent beim Schreiben gleichzeitig selbst traurig war. Das wäre für Literatur eine interessante neue Regel.<br>
Shakespeare hätte demnach vermutlich erst einmal nachweisen müssen, dass er persönlich alle beschriebenen historischen Ereignisse erlebt hat. Tolkien hätte Elbisch sein müssen. Krimiautoren müssten nachweisen, dass sie mindestens einen Mord begangen haben. Und wer über einen Sonnenuntergang schreibt, braucht vorher eine beglaubigte Erklärung der zuständigen Sonne.</p>
<p>Auch bei einem <a rel="noopener" target="_blank" href="https://www.jansens-pott.de/ki-in-blogs-mal-wieder-seufz/">anderen Freund</a> herrscht Alarmstufe Bloggerrot.</p>
<blockquote>
<p>Nein, keine Angst, ich schreibe da nichts weiter zu</p>
</blockquote>
<p>Das ist eine tolle Aussage. Ein gar wunderbarer Einstieg. Man erwartet beinahe, dass jetzt tatsächlich nichts mehr kommt. Aber wenn jemand einen Beitrag mit &ldquo;Ich schreibe da nichts weiter zu&rdquo; beginnt, kann man sich immer sicher sein, dass jetzt erst einmal erklärt wird, warum man selbstverständlich doch etwas dazu zu sagen hat. Das Ganze ist ungefähr so, als würde man nach einem Fußballspiel aus einem Stadion gehen und sich anschließend darüber auslassen, wie peinlich es doch ist, dass Menschen immer noch ins Stadion gehen und Fußball gucken.</p>
<p>Gut ist es vor allem, dass man sich nicht mehr aktiv an der Verfolgung der Diskussion beteiligt. Das ist digitale Selbstfürsorge mit eingebautem Triumphgefühl. Wir finden das vollkommen legitim, denn wir können auch beschließen, keine Kochblogs mehr zu lesen, weil uns Menschen nerven, die 8 Absätze über ihre Kindheit in der Provence schreiben, bevor endlich das Rezept für Kartoffelsalat kommt. Aber daraus folgt nicht, dass Kartoffelsalat wissenschaftlich widerlegt wurde.</p>
<blockquote>
<p>Diese ständige Überhöhung der eigenen Meinung, der penetrant erhobene Zeigefinger, nervt nur noch.</p>
</blockquote>
<p>Das ist herrlich. Da wären wir wieder bei der unfreiwilligen Selbstparodie. Dabei schreibt der Autor selbst in einem Kommentar: &ldquo;Es könnte soooo einfach sein&rdquo;. Ja, könnte es, wenn man es sich nicht selbst schwer machen würde.</p>
<p>Und dann ist da noch der <a rel="noopener" target="_blank" href="https://horstschulte.com/der-letzte-aufrechte-non-ki-blogger/">Oldtimer</a>, der mehr als 1000 Wörter vor sich hin schreibt und sich fragt, ob das Genöle irgendwann aufhört. Während die eigene Schreibmaschine noch glüht liest man den Text und spürt förmlich, wie sich die eine oder andere Schreibmaschine ehrfürchtig verneigt. Aber anstatt jetzt eine Schweigeminute einzulegen, beginnen wir abschließend noch das eigentliche Meisterwerk:</p>
<p>Vorhang auf. Die große Show beginnt.</p>
<p>Trotz der ganzen Aufregung bleibt unser Held ruhig und macht aus seiner Haltung gegenüber den Leuten mit einer anderen Haltung einen Blogbeitrag. Großartig. Das ist wie ein Veganer, der einen 10-teiligen Essay darüber schreibt, dass Fleischesser wirklich mal aufhören sollten, ständig über Fleisch zu reden. Leider hat unser Held &ldquo;halt nicht so hohe Ansprüche wie andere&rdquo;. Schon gar nicht an sich selbst.<br>
Das merkt man. Und das ist vermutlich auch der einzige Moment, in dem der Text wirklich authentisch wird, denn plötzlich fällt die ganze Fassade und die finale Selbstzerlegung ist komplett.</p>
<p>Applaus hallt durch den Saal, während das Saallicht langsam wieder heller wird und die Vorstellung offiziell beendet wird.</p>
<p>Und nachdem Akt Acht eigentlich beendet war, gesellte sich noch <a rel="noopener" target="_blank" href="https://lorenzos-welt.com/ki-im-blog-ich-habe-keine-lust-mich-dafuer-zu-rechtfertigen/">ein weiterer Ritter</a> pünktlich zur Aftershowparty dazu.</p>
<blockquote>
<p>Ich habe keine Lust, mich dafür zu rechtfertigen</p>
</blockquote>
<p>Es ist wieder faszinierend, wie auch hier der Blogbeitrag damit beginnt, dass man eigentlich keine Lust hat, sich zu rechtfertigen. Und obwohl niemand gefragt hat, erstellt man lieber erst einmal einen ganzen Blogbeitrag voller Unlust, der sich am Ende wieder im Kreis dreht. Das hat schon fast etwas von Kabarett. Dabei war die Vorstellung doch gerade schon vorbei. Besonders schön wird es, wenn erklärt wird, dass die eigene Haltung bereits mehrfach in anderen Beiträgen erklärt wurde. Hervorragend! Dann ist die Sache ja geklärt. Aber nein, dem ist scheinbar nicht so.</p>
<p>Ein Lichtblick: Der Autor hat nicht vor, seinen Blog dauernd mit KI-Diskussionen zu füllen. Warum auch diskutieren, denn die KI ist ja sowieso nur ein Werkzeug.<br>
Und ein Feuerlöscher ist schließlich auch nur ein Gartenschlauch mit Karriereambitionen.</p>
]]></content:encoded></item></channel></rss>